Alle Beiträge von Günter Schuff

Langstrecke -„Rund um den Wannsee“

Ausgabe 51/2015

von Julia Hoffmann

 Langstrecke – „Rund um Wannsee“

Das machen auch nur Ruderer – mal eben für eine Langstrecke nach Berlin zu fahren. Viele meiner Freunde zeigen mir den Vogel, wenn ich ihnen vom letzten Wochenende erzähle, ich sage allerdings: es hat sich wirklich gelohnt!

Zusammen mit dem U23 Frauenachter war ich, ebenso wie der U23 Männerachter, vom Berliner Ruderclub zur bekannten Achterlangstrecke „Rund um Wannsee“ eingeladen worden, da überlegt man es sich nicht zweimal, in den Zug zu steigen.

Die Anreise fand Freitagabend bei perfektem Wetter statt, aufgeriggert war der Achter schnell und dem kurzen Training zum Boot einstellen und zum Strecke kennen lernen stand nur noch im Weg, dass natürlich noch keine Riemen angeliefert worden waren.

Kurzerhand ließen wir das Training also ausfallen, machten uns einen gemütlichen Abend, zuerst beim Abendessen im BRC inklusive Lagerfeuer auf der Terrasse, anschließend im gemütlichen Aufenthaltsraum des Ruderleistungszentrum, zu dem man übrigens mit dem Auto nur 45 Minuten gebraucht hat. 😉

Am Samstagmorgen ging es dann früh aus den Federn, immerhin war der Massenstart zur Langstrecke mit insgesamt 45 Achtern auf 9Uhr angesetzt.

Glücklicherweise entdeckten wir sofort unsere Riemen auf dem Sattelplatz, zu perfekten Bedingungen fehlte nur noch eine Cox-Box mit Lautsprecher, die ist nämlich komischerweise über Nacht abhandengekommen…

Wir störten uns daran recht wenig, immerhin ist unser Steuermann Felix Heinemann im lauten Reden recht erprobt, und gingen also hochmotiviert für die anstehenden 15km als eines der ersten Boote auf Wasser.

Nach einer kurzen Runde auf dem Wannsee ging es dann auch schon an die Startlinie, viel Platz war da leider wenig, so dass wir auf Backbord, sowie auch auf Steuerbord mit unseren Riemen in der Startauslage jeweils schon in die Riemen der benachbarten Männerachter griffen. Da uns klar war, dass die Männer sich einen Bord an Bord Kampf liefern würden, hieß das für uns mit dem ertönenden Startsignal nur noch „Augen zu und durch“, möglichst mit der gleichen Schlagzahl wie die Männer. 😀

Gott sei Dank verliefen die ersten 200m mehr oder weniger berührungsfrei und Steuermann Felix hatte alles bestens im Griff.

Uns allen war bewusst, dass die ersten vier Kilometer der Langstrecke den Rennausgang maßgeblich entscheiden, danach führte die Strecke nämlich runter vom Wannsee und rein in die engen Kanäle, eine langgezogenen Backbordkurve hindurch, um nach weiteren 11 Kilometern auf dem kleinen Wannsee in die Zielgerade überzugehen.

Wir bretterten also mit einer gemütlichen Schlagzahl von 36 Schlägen pro Minute los und ließen dabei auch einige Boote hinter uns, das rächte sich allerdings auf dem langen Kanalstück, auf dem wir immer wieder spurten mussten, um uns die nachfolgenden Boote vom Leib zu halten, Platzmachen war wie gesagt nicht möglich.

Obwohl sich die Strecke gegen Ende ganz schön zog und noch der ein oder andere kleine Zwischenfall, wie ein gerissenes Steuerseil und ein gebrochenes Blatt unser Leben erschwerten, haben wir uns doch am Ende gar nicht so schlecht geschlagen und so blieb nach 54:00 Minuten die Uhr für uns stehen.

Nach dem Rennen verbrachten wir einen schönen sonnigen Mittag auf dem Bootsplatz des Berliner Ruderclubs und durften Zeuge des ersten Ruderbiathlons werden, bei dem die Teilnehmer abwechselnd Ergo fahren und schießen mussten.

 

 

Südwestdeutsche Meisterschaften in Trier

Ausgabe 48/2015

 von Harald Schwager

 5 Südwesttitel in Trier errudert

Bei den Südwestdeutschen Meisterschaften in Trier auf der Mosel im Schatten des Schloss Monaise durften sich unsere Rennruderer über 5 Titel bei den Südwestdeutschen Meisterschaften freuen, dazu kamen zwei Silber-, eine Bronzemedaille und zwei Mal Rang vier. Zudem brachte die in die Titelkämpfe eingebettete Trierer Regatta einen Sieg und einen dritten Platz.

Am ersten Regattatag standen die Kleinbootrennen über die 1000-Meter-Distanz auf dem Programm. Erfreulich aus Speyerer Sicht, dass sich alle startenden Boote über die Vorläufe für die Finals qualifizieren konnten. JWM-Teilnehmerin Alicia Bohn zeigte auch im Finale um den Südwesttitel ihre Klasse im Juniorinnen-Einer A und siegte in 3:47,33 Minuten deutlich vor Lena Reuß, Koblenzer RC Rhenania und ebenfalls JWM-Teilnehmerin, die 3:51,43 Minuten benötigte. Die weiteren Finalisten hatten mit dem Rennausgang nicht zu tun. Marvin Degen, eigentlich im Riemenbereich zu Hause, holte überraschend im Junior-Einer A hinter Melvin Hauschild aus Neuwied, die Silbermedaille mit vierzehn hundertstel Vorsprung auf den Dritten aus Koblenz. Elias Dreismickenbecker startete nicht in seiner angestammten Leichtgewichtsklasse, sondern stellte sich im Männer-Einer A in der Offenen Klasse der Konkurrenz und wurde Vierter.

Am zweiten Regattatag ging es in den Großbooten über die 500-Meter-Distanz. Hier setzte Marvin Degen in seinen letzten Rennen als Junior ein dickes Ausrufezeichen für die kommende Saison, seinem dann ersten Männer-Jahr. Im Junior-A-Vierer ohne Steuermann siegte er in der Renngemeinschaft RG Speyer/RG Treis-Karden mit Tim Bier, Jonathan Müller und Florian Stein mit einer knappen halben Länge vor der Renngemeinschaft GTRV Neuwied/RV Saarbrücken/Koblenzer RC Rhenania. Im Junior-A-Achter kämpften die Boote verbissen um den Sieg. Mit drei zehntel Sekunden Vorsprung hatte Marvin Degen auch hier das bessere Ende für sich. In der Renngemeinschaft RG Speyer/Mainzer RV/RG Treis-Karden/GTRV Neuwied/Wormser RC siegte er in 1:25,95 Minuten.

Skuller Elias Dreismickenbecker ruderte hingegen im Riemenboot dem Männer-Vierer-ohne Steuermann A auf den vierten Platz. Zu Bronze reichte es dafür im Doppelvierer ohne Steuermann in der Renngemeinschaft RG Speyer/RV Ingelheim/Mainzer RV mit Moritz Moss, Max Nitsche und Ruben Falkenburg.

Ihre zweite Goldmedaille sicherte sich Alicia Bohn nach 1:34,52 Minuten im Frauen-Doppelvierer A mit Jessica Beer, Stephanie Hang und Katharina Lang in der Renngemeinschaft RG Speyer/RV Ingelheim/Koblenzer RC Rhenania mit einer knappen Sekunde Vorsprung auf das Quartett der RG Lahnstein, Bronze ging an den Mainzer RV. Nur neun hundertstel Sekunden schrammte Alicia Bohn im Frauen-Achter A an der dritten Goldmedaille vorbei. Die Renngemeinschaft RG Speyer/RV Treviris/RG Lahnstein/Koblenzer RC Rhenania/Mainzer RV ruderte in 1:34,26 Minuten zu Silber.

Eine sichere Bank war auch wieder der Masters-Doppelvierer. In 1:28,22 Minuten sicherten sich Martin Gärtner, Peter Gärtner, Harald Schwager und Lars Seibert den Titel vor dem RV Treviris.

„Mit je zwei Gold- und einer Silbermedaille bei den Titelkämpfen avancierten die beiden Junioren Alicia Bohn und Marvin Degen zu den erfolgreichsten Speyerern“, freute sich Trainer Martin Gärtner.

Bei der in die Rennen der Südwestdeutschen Meisterschaft eingebetteten Trierer Regatta waren zwei Doppelzweier aus der Domstadt am Start. Im Männer-Doppelzweier ruderten in einem äußerst hart umkämpften Rennen Elias Dreismickenbecker und Moritz Durein in 1:36,45 Minuten auf Platz drei. Es war zudem eines der ganz wenigen toten Rennen, die in der Ruderei nur ganz selten vorkommen, sowohl der RV Ingelheim als auch der RV Saarbrücken benötigten 1:33,08 Minuten zum gemeinsamen Sieg. Auch das mehrfache Auswerten des Zielfilms erlaubte keine Entscheidung. Im Masters-Doppelzweier startete als „ältestes“ Boot Peter Gärtner und Harald Schwager, ließ sich von den „Jungen“ im Lauf nichts vormachen und siegte deutlich vor Koblenz gefolgt vom RV Treviris. Aufgrund der Altersklassenreglung hatte das Duo Gärtner/Schwager (54,5 Jahre im Schnitt) am Start drei Sekunden Vorsprung vor Koblenz (47,5 Jahre im Schnitt) bekommen, lag im Ziel aber sogar acht Sekunden vorn. Dementsprechend kommentierte der Streckensprecher: „Speyer liegt klar vorn, kommt hochfrequent über die Strecke und wird sich das wohl nicht mehr nehmen lassen. Den Altersklassenvorsprung hätten sie nun wirklich nicht benötigt“. Mit Siegfreude im Gesicht ergänzten die Beiden später: „Der Schlagmann im Trierer Boot mit seinen 27 Lenzen war gerade mal halb so alt wie wir.“

Regatta Sursee

von Harald Schwager

Rudergesellschaft gewinnt Mannschafts- und Masterspokal

in Sursee und ist bester Verein

Am letzten Septemberwochenende stand einmal mehr die Regatta in Sursee auf dem Programm. Früh war klar, dass ein großes Team von Jung bis Alt in die Schweiz reisen und aktiv ins Renngeschehen eingreifen wollte. Leider zerschlug sich die Idee erstmals neben einem Männer- bzw. Masters-Achter auch einen Masterinnen-Achter an den Start zur Langstrecke über den Sempacher See zu bringen. Selbst die Masters mussten letztlich passen, da sich aufgrund von Urlaub und Krankheit kein wettbewerbsfähiger Achter zur Langstrecke besetzen ließ. So galt die volle Konzentration des Teams dem sonntäglichen Sprint über die 450-Meter-Sprintdistanz im „Triechter“ bei Sursee.

Zum einen galt es erneut den Masters-Pokal zu verteidigen und zum zweiten den im Vorjahr um nur einen Punkt verfehlten Vereinspokal nach Speyer zu holen. Im Kampf um die Masters- und die Vereinswertung werden bei der 5-Bahnen-Regatta Punkte nur an Vereinsmannschaften in den Zweier-, Vierer- und Achterkonkurrenzen vergeben. Für den ersten Platz gibt es drei, den zweiten zwei und den dritten Platz einen Punkt bei mindestens vier Booten im Feld, ansonsten entsprechend weniger.

Von Beginn an galt für alle an den Start rudernden Speyerer Mannschaften „nicht aufgeben und um jeden Platz und damit jeden Punkt kämpfen“, damit das Ziel bester Verein der Regatta zu werden erreicht werden kann. Bei insgesamt zwölf Siegen, neun zweiten, neun dritten, sechs vierten und vier fünften Plätzen durfte sich das Speyerer Team am Ende tatsächlich über den Gesamtsieg freuen und den Vereins- als auch Masterspokal in Händen halten. Von den jüngsten Teams mit Anna und Maria Hoffmann, im Einer und gemeinsam im Doppelzweier am Start, bis zu den Ältesten Norbert Herbel und Peter Josy, die im Masters-Doppelzweier F auf Platz zwei landeten, griffen alle Altersklassen kräftig in die Riemen bzw. Skulls um sich durch entsprechende Platzierungen am Punktesammeln aktiv zu beteiligen.

Erste Regattaerfahrung bei den Jüngsten sammelten Lukas Seubert und Jan Grigarzik im Junioren-Einer U15 als auch Philipp Maier und Luca Mann im U15-Doppelzweier.

Nachdem es bei den ersten Rennen des Tages den vier Männer-Doppelvierern, Philipp Nowicki und Elias Kolbenschlag schrammten mit Rang 2 knapp an der Raddadel vorbei, nicht zu einem Sieg gereicht hatte und Lucas Trunk im U17-Einer auf Rang vier gerudert war, brachen Peter Gärtner und Harald Schwager im Masters-Doppelzweier in 1:23:50 Minuten den Bann und ruderten den ersten, gleich klaren Sieg vor Rheinfelden, Luzern und Worms nach Hause. Bei den Junioren A folgte im Doppelzweier Platz zwei für Marvin Degen und Lucas Trunk ebenso wie bei den Juniorinnen Alicia Bohn und Ernestine Archinger. Eine Besonderheit gab es im Masterinnen-Doppelzweier. Die Renngemeinschaft SC Thun/RC Bern und der RC Reuss Luzern sahen sich einer Speyerer Übermacht gegenüber. Die drei Speyerer Paarungen Elke Müsel/Corinna Bachmann, Katharina Klinge/Michaela Maier und Beate Wettling/Karin Heinz nahmen die Schweizer Teams im wahrsten Sinne des Wortes in die Zange, vier Punkte waren die Folge, bei einem klaren Sieg für die World Masters Siegerinnen Elke Müsel und Corinna Bachmann. Teresa Claus und Julia Hoffmann im Frauen-Doppelzweier taten es den beiden Masterinnen gleich und siegten in 1:31:97 Minuten mit mehr als einer Länge vor dem RC Zürich.

Erstmals seit langem konnte die RGS auch wieder einen Frauen-Achter, besetzt mit 1 Juniorin, 5 Masterinnen und 2 Seniorinnen, an den Start bringen, der sich mehr als beachtlich schlug: Julia Hoffmann, Teresa Claus, Alicia Bohn, Beate Wettling, Karin Heinz, Katharina Klinge, Elke Müsel und Corinna Bachmann gesteuert von Ernestine Archinger landeten im letzten Rennen vor der Mittagspause in 1:24:38 Minuten hinter dem eingefahrenen Achter des RC Zürich auf Platz zwei, deutlich vor den Verfolgern.

Als Punktegarant stellten sich die Doppelvierer-Konkurrenzen dar. Die beiden Masters Mixed-Doppelvierer in der Altersklasse B mit Ingo Janz, Gerrit Poggenpohl, Michaela Maier und Katharina Klinge in 1:24:86 Minuten und in der Altersklasse C mit Elke Müsel, Corinna Bachmann und den „beiden Alten“ Peter Gärtner und Harald Schwager in 1:25,51 Minuten siegten deutlich. Der Masters-Männer-Doppelvierer mit Ingo Janz, Martin Gärtner, Peter Gärtner und Harald Schwager brauchte 1:18:27 Minuten zum Sieg, der Senioren-Doppelvierer mit Elias Dreismickenbecker, Elias Archinger, Marvin Degen und Ingo Janz war 1:16:99 Minuten zu Rang eins unterwegs. Auch der Mixed-Doppelvierer mit Alicia Bohn, Julia Hoffmann, Elias Dreismickenbecker und Tim Lauer steuerte durch ihren Sieg drei Punkte bei. Der Frauen-Doppelvierer mit Alicia Bohn, Julia Hoffmann, Teresa Claus und Katharina Klinge kam ebenso wie der zweite Männer-Doppelvierer mit Tim Lauer, Felix Gard, Jens Klein und Paul Schwager nach spannenden Rennen auf den zweiten Platz. Dabei war der „Sprintmeister-Doppelvierer 2010“ auf Siegkurs, bis er zehn Schläge vor dem Ziel von einer querlaufenden Motorbootwelle quasi überspült wurde und pudelnass anlegte.

Im Männer-Zweier ohne Steuermann lagen Philipp Nowicki und Elias Kolbenschlag anfänglich gut im Rennen, bis sie aufgrund des starken Seitenwindes leicht versteuerten und mit dem Fußsteuer gegensteuern mussten. Da nahm das Unheil sein Lauf. „So ein Sch… wir hatten das Steuerseil nicht überkreuz eingebaut und haben dadurch immer stärker in die falsche Richtung gerudert“, schimpft das Duo nach Platz fünf beim Anlegen vernehmlich. Besser machte es das Junior/Master mit Marvin Degen und Martin Gärtner auf Platz drei.

Im Masters-Mixed Doppelzweier waren gleich vier Boote am Start, und holten zwei Siege, einen zweiten und dritten Platz. Den klarsten Sieg ruderten mit dreizehn Sekunden Vorsprung in der Altersklasse C in 1:36,28 Minuten Peter Gärtner und Elke Müsel im vollen Feld heraus. In einem Lauf fanden sich Ingo Janz mit Katharina Klinge, Altersklasse B, sowie Corinna Bachmann mit Harald Schwager, Altersklasse D, wieder. Bis etwa zur Streckenhälfte lagen die drei führenden deutschen Boote beisammen, die beiden Schweizer Boote bereits deutlich zurück. „Bei 300 Meter habt ihr uns geknackt, da konnten wir nichts mehr zulegen“, kommentierte der Wormser Michael Schambach auf Platz zwei. Der Zieleinlauf: 1. Bachmann/Schwager 1:35:63 Minuten, 2. Worms 1:38:96 Minuten 3. Janz/Klinge 1:40:97 Minuten,… Im dritten Lauf kamen Gerrit Poggenpohl und Michaela Maier in 1:45:73 Minuten in der Altersklasse B auf Platz 2 hinter Reuss Luzern.

Die Mixed-Doppelzweier-Konkurrenzen sahen die beiden starken Speyerer Teams Alicia Bohn und Tim Lauer sowie Julia Hoffmann und Elias Archinger. Das Duo Lauer/Bohn ruderte in 1:27,19 Minuten den Sieg vor RC Zürich/Club Aviron Vesenaz nach Hause, zuvor war Alicia Bohn im Einer auf Platz drei ins Ziel gekommen. Das Duo Archinger/Hoffmann musste hinter Belvoir RC Zürich mit Rang zwei vorlieb nehmen.

Der Höhepunkt der unter widrigen Windverhältnissen leidenden Regatta war dann das abschließende Achterrennen. Ernestine Archinger an den Steuerseilen hatte ihre Crew mit Tim Lauer auf dem Schlagplatz, Jens Klein, Marvin Degen, Elias Kolbenschlag, Philipp Nowicki, Martin Gärtner, Peter Gärtner und Harald Schwager im Griff und steuerte den hochfrequent rudernden Speyerer Achter in 1:14:87 Minuten zum Sieg vor RC Zürich/RV Bregenz/RV Konstanz. Der abschließende Achtersieg machte das Dutzend an Siegen voll und die Freude perfekt. „Dass gleich zwanzig unserer Starter mindestens einen Sieg mitnehmen durften“ freut uns bei dieser geschlossenen Teamleistung am meisten, waren sich die Speyerer Sursee-Fahrer einig. Prima auch, dass es viele Altersklassen übergreifende Mannschaften gab: Junior mit Master, Senior mit Master, Junior mit Senior, Junior mit Senior und Master alles war erlaubt und hat Spaß gemacht.

 

Die Sieger:

5 Siege:

Peter Gärtner, Harald Schwager

3 Siege:

Corinna Bachmann, Ingo Janz, Tim Lauer, Elke Müsel

2 Siege:

Alicia Bohn, Marvin Degen, Elias Dreismickenbecker, Martin Gärtner, Julia Hoffmann

1 Sieg:

Elias Archinger, Ernestine Archinger, Teresa Claus, Jens Klein, Katharina Klinge, Elias Kolbenschlag, Michaela Maier, Philipp Nowicki, Gerrit Poggenpohl  

Regatta in Schierstein

Ausgabe 45/2015

von Julia Hoffmann

 

Regatta Schierstein 2015 mit fünf Siegen

Am letzten Wochenende machte ich mich zu meiner erste Herbstregatta für dieses Jahr in den Schiersteiner Hafen auf, in dem in diesem Jahr auch die Deutschen Sprintmeisterschaften und zeitgleich die Deutschen Großbootmeisterschaften stattfinden werden.

Somit war die 60. Schiersteiner Sprintregatta nicht nur eine Jubiläumsveranstaltung, sondern ebenso eine wichtige Generalprobe für die Schiersteiner Crew, die meiner Meinung nach super geglückt ist.

Dass außer mir kein weiterer Speyerer in Schierstein an den Start gehen würde, damit hatte ich mich schnell abgefunden, boten das Altstadtfest und die World Masters Regatta in Hazewinkel schließlich verlockende Alternativen. Umso erfreulicher natürlich, gleich am ersten Regattatag auf Tim zu treffen, der am Sonntag mit Max Nitsche aus Ingelheim spontan in den Männer-B-Doppelzweier stieg und sich leider knapp geschlagen geben musste.

Ich selbst war nach einer langen Saison im Riemenboot zum ersten Mal wieder im Einer am Start und konnte im U23-Einer der Frauen am Samstag und Sonntag den zweiten Platz hinter Stephanie Hang aus Ingelheim und im Frauen Einer A jeweils Platz eins vor Wiesbaden und dem RV Nassovia Höchst belegen.

Neben dem Einer stand ein Frauen-A-Doppelvierer ohne Steuerfrau auf dem Plan, bei dem mir und zwei Mainzer Trainingspartnerinnen von Katharina Weingart ausgeholfen wurde. Katharina ist ehemalige A-Nationalkader Ruderin und saß in Schierstein seit 6 Jahren zum ersten Mal wieder im Ruderboot. Mit dieser Spitzenunterstützung gelang uns im Vierer zweimal ein souveräner Sieg vor der RG Lahnstein und der RG Wiesbaden Biebrich.

Um die Regatta auch richtig auszunutzen bin ich zusätzlich im Frauen-A- und im U23-Doppelzweier an den Start gegangen und konnte hier mit wechselnden Partnerinnen, wie Vanessa Fiedler vom Mainzer RV und Katharina Weingart von der RG Wiesbaden Biebrich drei zweite Plätze und einen Sieg einfahren.

Somit stand die Bilanz am Sonntagabend für mich bei fünf Siegen und fünf zweiten Plätzen.

Neben dem Rudern stand in gewohnter Manier natürlich auch die eine oder andere Runde an der Kuchentheke und dem Bratwurststand an, was die Regatta auch gesellschaftlich zu einem schönen Erlebnis machte. Zusätzlich zur Erheiterung sorgte der ungewöhnliche Wassertiefstand, der zu einer Wasserfarbe irgendwo zwischen „Kotz- und Giftgrün“ führte. Am Montag stand dementsprechend erst mal eine gründliche Bootsputz-Einheit auf dem Plan!

Für mich geht es nun nach einem Wochenende Erholung zusammen mit der riesigen Speyerer Truppe nach Sursee. Ich freue mich schon auf die Rennen.

WM-Vorbereitungen in Ratzeburg

Ausgabe 37/2015

von Julia Hoffmann

WM-Vorbereitung in Ratzeburg

Wie der normale Speyerer Sommer aussieht, braucht man keinem erzählen. Bei bestem Wetter treffen sich die Mitglieder der Rudergesellschaft am Bootshaus zum Rudern, Grillen und um die Sonne zu genießen. Geht es in Richtung Sommerferien, so steigt die Aktivität im Verein, denn es geht auf die Kirchbootregatta zu, bei der jede helfende Hand gebraucht wird und die natürlich immer wieder für bombastische Stimmung im Hafenbecken sorgt. Ist dieses Großevent überstanden, so freut sich der gemeine Speyerer aufs Brezelfest, sucht sich ein gemütliches Plätzchen zum Schwimmen oder rudert gemütlich durchs Reffenthal.

Mein Sommer sieht in diesem Jahr ein wenig anders aus. Zusammen mit Elias und dem gesamten U23 Nationalteam des Deutschen Ruderverbandes bin ich nun schon seit der Deutschen Jugendmeisterschaft im wunderschönen Ratzeburg, um hier im U23-Frauenachter Tag für Tag über den Ratzeburger See zu rudern.

Ein typischer Trainingstag sieht für uns dabei in etwa so aus: Um sechs Uhr in der Früh klingelt der Wecker und es geht auf ins Labor, dort wird von jeden Sportler Blut und Urin untersucht, sowie das Gewicht kontrolliert, danach bleiben circa 15 Minuten für einen Kaffee und ein Brötchen, spätestens um Viertel vor Sieben heißt es dann „Fuß vom Steg“.

Sitzt man nach den ersten 20-24km um neun am Frühstückstisch könnte man eigentlich schon ein deftiges Mittagessen vertragen, allerdings geht es um Zehn sehr abwechslungsreich weiter. In der zweiten Einheit ist dann alles möglich und von Maxkraft über Laufen bis hin zu Stabi/Dehnen mit Fitnesstrainer Sascha auch alles dabei.

Nach dem anschließenden Mittagessen geht es nicht sofort weiter, so dass Zeit für ein bis zwei Stunden Mittagsschlaf bleiben, bis es dann mit einem Stück Kuchen im Bauch wieder aufs Wasser geht, die nächsten 20km im Achter stehen an. Nun ist es schon fast geschafft, eine kleine Runde Dehnen oder Gymnastik beenden den anstrengend Tag und nach dem Abendessen und der gefühlten hundertsten Dusche freuen sich alle auf ihr Bett und den Fernseher.

Zweimal in der Woche werden in der Vormittagseinheit Belastungen gefahren, dafür fällt die zweite Rudereinheit weg und wir haben einen freien Nachmittag zur Verfügung, um uns hier in der Gegend ein bisschen umzuschauen, Eis essen und ins Kino zu gehen, das macht mit der Mannschaft hier auch richtig viel Spaß!

In knapp einer Woche geht es dann für die komplette Truppe nach Hamburg, um von dort aus nach Bulgarien zu fliegen, wo wir uns dann intensiv auf die ersten Vorläufe vorbereiten und die tolle Atmosphäre einer Weltmeisterschaft mitnehmen werden.

Wir wünschen uns allen also noch einen schönen Sommer, weiterhin gutes Wetter und viel Spaß!

Liebe Grüße aus Ratzeburg!

Julia und Elias